Die deutsche Autoindustrie steht an einem Scheideweg. Geht es nach den großen Automobilkonzernen, erblicken wir einen glorreichen Neuanfang mit Elektroautos und Digitalisierung. Doch die angebliche Transformation könnte sich auch als ein prächtiges Grab für eine der traditionsreichsten Industrien Deutschlands entpuppen. Laut dem Kraftfahrt-Bundesamt wurden 2022 lediglich 14% aller neu zugelassenen Autos als Elektrofahrzeuge registriert. Das klingt nach Fortschritt, ist jedoch ein verzweifelter Schrei in einen Markt, der von SUV- und Hybridkäufern dominiert wird.
Die große Frage, die niemand zu stellen wagt, bleibt: Ist das Geplänkel um E-Autos nur ein fluffiger Marketing-Trick der Fahrzeughersteller, um vom vom drohenden Niedergang der Verbrennertechnik abzulenken? Alles deutet darauf hin. Während die deutschen Hersteller laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) angesichts des Wandels zu elektrisch betriebenen Fahrzeugen bis 2030 rund 235 Milliarden Euro investieren wollen, zeigen die Verkaufszahlen für Elektroautos – 2022 nur 357.000 Pkw – das wahre Dilemma.
Strom für die Welt, Öl in der Tasche?
Wie viel Strom braucht Deutschland wirklich? Um den CO2-Ausstoß bis 2030 um 55% zu reduzieren, plant die Bundesregierung den Umstieg auf erneuerbare Energien. Die Realität? Im letzten Jahr stammten nur 42% des Stroms aus erneuerbaren Quellen, während 35% nach wie vor auf Kohlenstoff basieren. Eine grüne Welle sieht anders aus! Auf der anderen Seite ist die Autoindustrie nach wie vor von fossilen Brennstoffen abhängig. 70% aller Kraftstoffe kommen noch immer aus dem Erdölsektor. Ist es nicht absurd, dass man auf den Straßen von Städten wie München ertrinkt, während die Hersteller ihren festen Platz in der Auto-Show-Welt einnehmen?
Subventionen für die saudische Sphinx
Für jedes verkaufte Elektroauto erhält der Käufer bis zu 9.000 Euro Subvention. Ein wahrer Glücksgriff für das, was der VDA doch als "Wende zur Nachhaltigkeit" bezeichnet.
In dieser lichtdurchfluteten, tadellosen Zukunft, in welcher der Abgas-Skandal als Horrorfilm der letzten Dekade vergessen ist, erklärt man sich selbst bald zum "Berater für grüne Mobilität". Die Überlegung ist jedoch besorgniserregend. Letztlich geben Steuerzahler die Subventionen für Elektroautos, während die großen Automobilkonzerne weiterhin auf ihre Gewinne pochen. In 2022 lag der Gewinn von Volkswagen bei 14,1 Milliarden Euro und BMW erzielte 6,4 Milliarden Euro. Wie viel davon fließt wirklich in Forschung und Entwicklung von echten, nachhaltigen Technologien?
Die Abkehr von Verbrennern: Ein Epos oder nur Blankoschecks?
Wie genussvoll, sich in einem Tesla zu sonnen, während der Nachbar im verqualmten BMW die Abgase der Vergangenheit atmet. Doch das ist kein Grund, Juhu zu rufen! Der überwiegende Teil des deutschen Fuhrparks, 80%, sind immer noch Autos mit Verbrennungsmotoren. Selbst der Trend zur Mobilität auf vier Rädern könnte angesichts des Klimawandels sehr schnell an seine Grenzen stoßen. Kein Wunder, dass in Ländern wie Norwegen, wo E-Autos bereits 54% der Neuzulassungen ausmachen, die Idee, die Autofahrertechnologie aufzupimpen, nicht mehr schick ist.
Wie wird der glorreiche Weg zur Elektromobilität der deutschen Automobilindustrie enden? Wahrscheinlich lautet das Fazit nach über einer Dekade mühsamer Investmentpolitik: Die ehrgeizigen Ziele sind entweder nichts als erdachte Illusionen oder der bloße Weg zum Anschluss an die inzwischen erstarkte asiatische Konkurrenz. Denn während die eigene Industrie mit dem Fluch „german engineering“ überlastet ist, wachsen die asiatischen Hersteller mit einem rasanten Überholvorgang.
Denkt man an die durchschnittliche Lebensdauer eines Autos von circa 12 Jahren, könnte die gesamte Autowelt, wie wir sie kennen, in nur einer Dekade transformiert werden – oder sie könnte im Nebel der Vergangenheit versinken. Welche Wahl bleibt uns wirklich?
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