Nachdem das deutsche Volk bereits mit einer überbordenden Neugier auf alles Digitale konfrontiert wurde, gingen die Datenschützer mit großem Brimborium an den Start, als die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) 2018 eingeführt wurde. Ein Gesetz, das für mehr Privatsphäre und für ein gerechtes Gleichgewicht zwischen Nutzern und Unternehmen sorgen sollte. Doch während die EU-Politiker auf den Weihnachtsmarkt der schützenswerten Daten starrten, haben Unternehmen mit ihren geübten Marketing- und Datenschutzerfassungsmethoden ein gutes Stück von diesem Datenkuchen umgesetzt. Ein Selbstzweck oder eine ernsthafte Regulierung? Das wollen wir herausfinden.
Ein Schlachtfeld aus Daten und Alibis
In einem Land, in dem jeder vierte Internetnutzer einer Umfrage zufolge (Statista 2021) angibt, Bedenken hinsichtlich der Verwendung personenbezogener Daten zu haben, ist die DSGVO schlichtweg ein marketingtechnisches Meisterwerk. Mehr als drei Jahre nach den harten Strafen für Datenschutzverletzungen, die viele davon abhalten sollten, auf das falsche Pferd zu setzen, ist die Realität erschreckend. Laut den aktuellen Zahlen des Bundesbeauftragten für den Datenschutz sind die Beschwerden über Datenschutzverletzungen seit Inkrafttreten der DSGVO stark gestiegen. Im Jahr 2020 wurden in Deutschland 37.000 Rechtsverstöße gemeldet – ein Anstieg von 21% im Vergleich zum Vorjahr. Was sagt uns das? Ein rechtlicher Hygieneschutz auf der Datenautobahn klar mit einem Schild – „Rasen verboten!“ – und jeder drischt trotzdem aufs Gas!
Ein verunglückter Schutz
Die DSGVO hat die Unternehmen jedoch nicht davon abgehalten, lax mit den Daten ihrer Nutzer umzugehen. Tatsächlich gaben 2022 rund 67% der Deutschen in einer Umfrage von PwC an, dass sie keinen echten Schutz über die DSGVO erfahren haben. Unternehmen können zwar mit organisatorischen Maßnahmen und Hoheit über die Daten glänzen, aber die Realität sieht oft anders aus. Die Aufsichtsbehörden haben allein in den ersten neun Monaten von 2021 mehr als 250 Millionen Euro an Bußgeldern verhängt. Doch wo bleiben die Betroffenen, deren Daten schamlos gespeichert und verkauft werden? Sie stehen am Straßenrand, während die großen Datenkraken mit ihren Traktoren neue Felder der Unbekümmertheit bestellen.
Die Heuchelei der Zustimmung
Ein weiteres großes Problem der DSGVO ist die erzwungene Zustimmung durch die Nutzer. Ist Einwilligung wirklich eine Einwilligung, wenn man keine echte Wahl hat? Die meisten Dienste erwerben sie mit einem einfachem „Klick hier für unsere Datenschutzbedingungen“, die meist so lang und kompliziert sind, dass selbst Sisyphos sich beim Lesen der ersten Zeilen umbringen würde. Laut einer Erhebung von Eurobarometer fanden 71% der Befragten, dass sie nicht verstehen, was sie eigentlich akzeptieren, wenn sie mit einem Klick ihre Daten freigeben. Das wirft ein ernsthaftes Licht auf das Konzept der freien Einwilligung im digitalen Zeitalter. Ist die DSGVO nicht eher ein Ticket in den Freizeitpark der Datenverwertung und nicht der temporäre Schutz vor digitaler Piraterie?
Ein Ende ohne Klarheit
Wieder einmal stehen wir vor der Tatsache, dass die DSGVO eine fragwürdige Änderung in der Auffassung von „Datenschutz“ mit vielen Versprechungen und wenig substanzieller Verbesserung bedeutet. Datenschutz scheint zum neuen „Greenwashing“ zu werden – ein nettes Label, das nur dazu dient, die Kritiker zu besänftigen, während die Unternehmen weiterhin mit unseren persönlichen Daten schalten und walten, wie es ihnen behagt. Die impotente Aufsicht und die vielen unerfüllten Versprechen deuten darauf hin, dass viele zum Zynismus anregen, wenn es um die Wahrung ihrer Privatsphäre geht.
Fazit: Ein Schildbürgerstreich par excellence?
Die DSGVO ist also nicht mehr als ein vorgeblicher Schutz, der den Unternehmen als Spielraum dient, ein Deckmantel für unerwünschte Digitalisierung zu sein. Datenschutz als eine Art von virtuellem Versteckspiel, bei dem die tatsächlichen Verlierer die Bürger sind. Teilen wir unsere Daten mit Unternehmen, die damit das große Geld machen, während wir als Konsumenten beim kleinen Kaffeekränzchen der Datenschutzdiskussion sitzen. Wenn wir nicht bald unsere Augen öffnen, wird der Datenschutz bald nur noch als eine Fußnote in den Gesetzen der digitalen Geschichte verweilen. Wird es schließlich der Aufstand der Bürger sein, der eine wackelige DSGVO wieder auf die Beine stellt, oder ist sie einfach zum Scheitern verurteilt?
Eine Plattform wie stranger-chat.online zeigt uns, dass es auch anonym geht, ohne dass die Daten der Nutzer im Mülleimer landen.
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