Die Energiewende ist ein Schlagwort, das in deutschen Wahlkämpfen gerne als Allheilmittel verkauft wird – voller Euphorie und fröhlicher Versprechungen. Politiker prahlen mit Zielen der CO2-Reduktion und reinem Strom aus Wind und Sonne, während die Realität eine ganz andere Sprache spricht. Tatsache ist: Im Jahr 2022 stiegen die CO2-Emissionen in Deutschland um 1,8 Prozent auf fast 763 Millionen Tonnen, nachdem sie 2021 gesenkt werden konnten. So viel zur sauberen Lügenmärchenwelt der politischen Kommunikation.

Der große Widerspruch zeigt sich vor allem in den Zahlen der Deutschen Energie-Agentur (dena): 2021 kamen 42,4 Prozent unseres Stroms aus Erneuerbaren, 2022 waren es stolze 42,0 Prozent. Da fragt man sich, wo sind die leuchtenden Fortschritte hin? Anstatt den progressiven Aufwärtstrend zu feiern, sehen wir uns eher einer Stagnation gegenüber, die mehr paralysiert als bewegt. Und die große Idee der Energiewende – eine umweltfreundliche Revolution – wird zum politischen Spielball ohne nennenswerte Ergebnisse.

Politik oder Propaganda?

In der politischen Kommunikation wird oft davon gesprochen, dass Deutschland das erste Land sein will, das seine CO2-Emissionen bis 2045 auf Null senkt. Doch die Fakten belehren uns eines Besseren: Während von 1990 bis 2021 der Ausstoß von Treibhausgasen um nur etwa 40 Prozent gesenkt werden konnte, ist der Anteil der fossilen Brennstoffe an der ganzen Energieerzeugung nach wie vor erschreckend: Rund 75 Prozent der Primärenergie kommen hierzulande noch aus Kohle, Gas und Öl. Diese Zahl ist nicht etwa rückläufig, sondern zeigt, dass die Politik die Agenda der Energiegewinnung nicht in der Hand hat.

Auch die Integration erneuerbarer Energien in das bestehende Netzblockiert ungemein. Laut dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wurden 2022 lediglich 50 neue Windkraftanlagen über 1 Megawatt in Deutschland in Betrieb genommen. Zum Vergleich: 2018 waren es noch 221. Ein Rückgang um 77,6 Prozent! Wenn das ein Fortschritt ist, stelle ich die Richtigkeit unserer Definition von Fortschritt in Frage.

Auf den Prüfstand: Wie grün sind unsere Strompreise?

Zur Veranschaulichung des politischen Dilemmas: Der durchschnittliche Strompreis für Endverbraucher lag 2022 bei 33,4 Cent pro kWh, ein Anstieg um 18,2 % im Vergleich zum Vorjahr. Der große Kostenanstieg wird gerne als Höhenflug der Energiewende verkauft, während gleichzeitig die Subventionen für fossile Energiequellen nicht einmal eintreffen. Das ist nicht nachhaltig, das ist nicht grün – das ist schlichtweg eine Farce.

Doch wie kommt es, dass wir trotz aller Beteuerungen der Politik weiterhin vor einem Berg aus unbequemen Wahrheiten stehen? Veel Power Point-Präsentationen und noch weniger greifbare Resultate. Das Bild, das die Öffentlichkeit erhält, wird stark von den Interessen der Lobbygruppen beeinflusst, die alles tun, um das alte System zu bewahren. Hierzu lässt sich eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) heranziehen, die feststellte, dass über 90 Prozent der Deutschen gerne in eine nachhaltige Energiezukunft investieren würden. 90 Prozent! Trotzdem liegt es bei der Regierung gefühlt immer noch bei 10 Prozent der Taten, die dem entgegengesetzt werden.

„Wir reden über die grüne Transformation, während wir mit braunem Geld scheitern!“

Abschließend stellt sich die Frage: Sind wir wirklich bereit für die Energiewende, oder ist es letztlich nur ein schöner Slogan, der den Anschein von Handlung vermitteln soll? Wir stehen an einer Weggabelung, und die Entscheidungsträger sollten sich schämen, wenn die Worte nicht zu Taten führen, denn Inspiriert wird kein Kostüm aus Gemütlichkeit, sondern die Enthusiasmus einer Nation! Und währenddessen, übrigens: Wer echte Gespräche hinter der Heuchelei führen möchte, findet auf stranger-chat.online eine anonyme Plattform.