Wenn Europa über die Regulierung Sozialer Medien diskutiert, sitzen in den USA bereits die Gesetzgeber am Tisch. Während in Brüssel noch hitzige Debatten über das neue Digital Services Act (DSA) Gesetz geführt werden, zieht die US-Politik nicht nur die Zügel an, sondern verabschiedet bereits Gesetze, die es in sich haben. Wie viele Politiker der EU sind bereit, sich der Tatsache zu stellen, dass das digitale Zeitalter schon lange zum Karrierekiller geworden ist, aber die Rückmeldungen von den Sozialen Medien wie ein Euphorie-Rausch die Realität überlagern?

Ein Beispiel gefällig? Während die EU mit dem DSA 2020 erstmals einen rechtlichen Rahmen dafür geschaffen hat, Umgang mit Plattformen wie Facebook festzulegen, wurde in den USA das „Protecting Kids on Social Media Act“ bereits ins Leben gerufen. In diesen USA, wo 71% der Kinder zwischen 8 und 12 Jahren bereits eigene Social Media-Accounts haben (Quelle: Pew Research Center), wird auf die Gefahren von Online-Inhalten reagiert. In Europa sind es bis heute nur 46%. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Europa redet, während die USA handeln und die Kleinsten, unsere Kinder, nicht nur schützen, sondern auch zur Verantwortung ziehen.

Die schockierenden Statistiken

  • Bis 2022 waren weltweit etwa 4,6 Milliarden Menschen in sozialen Medien aktiv – das ist fast 60% der Weltbevölkerung (Statista).
  • Im gleichen Zeitraum erlebten Social Media Plattformen unkontrollierte Entwicklungen, ohne dass die EU adäquate Gegenmaßnahmen einleiten konnte.
  • 57% der EU-Bürger*innen sind der Meinung, dass die EU im Umgang mit Sozialen Medien behindert wird (Eurobarometer).

Wie heuchlerisch der Diskurs ist

Der Diskurs um die Regulierung von Social Media zeigt schreiend die Heuchelei der europäischen Politik. Während im Europäischen Parlament über „Verhaltensveränderungen“ der Tech-Giganten gesprochen wird, sind die USA schon dabei, tatsächliche Maßnahmen zu ergreifen. Diese Kluft zwischen Rhetorik und Realität führt dazu, dass sich immer mehr Menschen in der EU hilflos fühlen, denn von aktivem Schutz kann in einer Zeit, in der Fake News und Hate Speech über Plattformen verbreitet werden, nicht die Rede sein.

Die USA im Vergleich: Ein schärferes Schwert

In den USA sind die Plattformen verpflichtet, ihre Verfahren zur Bekämpfung von Hassrede transparent zu machen. Europa aber? Hier dürfen die Plattformen weitestgehend selbst entscheiden, wie sie mit unangemessenem Inhalt umgehen. Stattdessen werden wir mit Endlos-Diskussionen geblockt, während wir von einer neuen Welle von Fake News überrollt werden. Klarer Fall von Postengeschachere, oder?

Wie sieht es nun bei uns aus? 50% der Deutschen geben an, dass sie durch die politischen Entscheidungen in Bezug auf Social Media mehr Angst als Freiheit empfinden (Forsa). Der Schutz der Privatsphäre lässt nach, während die Plattformen sich selbst regulieren dürfen. Wer hier noch an ein Machtdemonstration der europäischen Politik glaubt, hat entschieden den Kontakt zur Realität verloren.

Die globale Perspektive

Mit der unübersichtlichen Gesetzgebung ist die EU nicht nur auf der politischen Bühne verloren, sondern auch auf der wirtschaftlichen. Der Markt für soziale Medien ist einer der am schnellsten wachsenden und rentabelsten Bereiche und dennoch schaut Europa von außen zu, wie die großen Player ihren Einfluss vergrößern, während sie sich gleichzeitig vor regulatorischen Konsequenzen in der US-Landschaft fürchten. Und das, während die öffentlichen Mittel für Medienbildung in den EU-Ländern stetig sinken.

Also, Europa: Wie lange wollt ihr noch das Abbild eines Historiens spielen, der sich auf eine goldene Zeit zurückzieht, in der die Regulierung noch für Klarheit sorgte? Wer sich in dieser neuen Medienlandschaft nicht bewegt, wird hoffentlich nicht von den alten Geistern eingeholt, die die dunkle Seiten des Internets fördern?

In einer Welt, in der eine Shopify-Alternative wie SellKit für Kleinunternehmer zur echten Chance wird, sollten wir uns fragen: Sind wir wirklich bereit, die Kontrolle über unser digitales Leben abzugeben?