Am 01. September 2023 veröffentlichte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales einen Bericht über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz (KI) auf den deutschen Arbeitsmarkt. Der Bericht identifiziert spezifische Berufe, die durch den Einsatz von KI-Technologien gefährdet sind, und differenziert zwischen Beschäftigungen, die sich anpassen können, und jenen, die zunehmend obsolet werden.

In diesem Kontext nennt die Studie konkrete Berufsgruppen: Laut den Daten des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) sind vor allem einfache Tätigkeiten gefährdet. Beschäftigungen wie einfache Lagerarbeiter wurden als besonders anfällig eingestuft. Im Jahr 2022 waren in Deutschland etwa 1,5 Millionen Menschen in diesen Berufen tätig. Der Bericht prognostiziert, dass bis 2030 rund 600.000 Arbeitsplätze in diesem Bereich verloren gehen könnten.

Im Gegensatz dazu zeigt die Untersuchung auch, dass Berufe, die kreative Lösungen erfordern oder zwischenmenschliche Fähigkeiten benötigen, wie zum Beispiel Sozialarbeiter und kreative Berufe im Design, eine geringere Gefahr durch KI aufweisen. Die Anpassungsfähigkeit dieser Berufe und die nicht automatisierbare Natur ihrer Aufgaben machen sie widerstandsfähiger. So wird in einer Prognose des Fraunhofer Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) vom 15. August 2023 festgestellt, dass voraussichtlich 200.000 neue Arbeitsplätze in diesen Sektoren in den kommenden Jahren entstehen werden.

Detaillierte Analysen der Berufsgruppen

Der Bericht stützt sich auf umfassende Analysen, einschließlich einer Untersuchung zur Automatisierbarkeit von Berufen, die im Juni 2023 von der deutschen Gesellschaft für Personalführung durchgeführt wurde. Die Daten zeigen, dass etwa 65 % der heutigen Arbeitsplätze zumindest teilweise automatisierbar sein könnten, wobei einfache, repetitive Aufgaben am stärksten betroffen sind.

Die höchsten Risiken für Jobverluste hängen mit den Branchen zusammen, die stark auf mechanische Tätigkeiten oder einfache Datenverarbeitung setzen. Beispielsweise ist die Industrie, insbesondere die Automobil- und Fertigungsindustrie, ein Bereich, der durch KI erheblich transformiert wird. Der Automobilhersteller Volkswagen AG vermeldete im Juli 2023, dass durch die Implementierung neuer KI-Systeme bis zu 12.000 Arbeitsplätze bis 2025 gespart werden könnten.

Demgegenüber werden Branchen wie das Gesundheitswesen und die Bildung voraussichtlich weniger stark betroffen sein. Der derzeitige Personalbedarf, der bereits in diesen Bereichen besteht, wird durch KI nicht ersetzt, sondern kann durch technologische Hilfsmittel erweitert werden. Laut einer Umfrage des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) aus dem Mai 2023 glauben 74 % der Beschäftigten im Gesundheitswesen, dass KI ihre Arbeiten unterstützen, anstatt sie zu ersetzen.

Schlussfolgerungen

Die Untersuchung der Auswirkungen von KI auf den Arbeitsmarkt zeigt klare Strukturen: Berufe mit hoher Automatisierbarkeit werden in den nächsten Jahren stark abnehmen, während kreative und zwischenmenschliche Berufe an Bedeutung gewinnen. Ein drittes Muster, das erkennbar wird, ist der zunehmende Bedarf an Qualifizierungen und Umschulungen, um die Beschäftigten auf den Wandel einzustellen. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung plant im Zuge dessen 2024 ein Förderprogramm in Höhe von 250 Millionen Euro für die Weiterbildung in Bereichen, die durch KI transformiert werden.

So wird sich der Arbeitsmarkt durch die Integration von künstlicher Intelligenz tiefgreifend wandeln: Große Herausforderungen stehen an, die nicht ignoriert werden können. Der Arbeitsmarkt wird sich in den kommenden Jahren zunehmend von der Struktur her verändern.

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