Am 15. Oktober 2023 veröffentlichte die Bundesagentur für Arbeit ihren Bericht über den Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) auf den Arbeitsmarkt in Deutschland. Laut diesem Bericht sind die Branchen, die am stärksten von Arbeitsplatzverlusten betroffen sind, vor allem der Einzelhandel, die Kundenbetreuung und die Verwaltung. Die Prognose besagt, dass bis zum Jahr 2030 in diesen Sektoren insgesamt 1,5 Millionen Arbeitsplätze verloren gehen könnten. Das entspricht einem Rückgang von etwa 15 Prozent in den betroffenen Branchen.

Berufliche Gefahren durch KI

Die Studie der Bundesagentur für Arbeit zeigt, dass insbesondere Berufe, die repetitive Aufgaben beinhalten, stark gefährdet sind. Dazu gehören unter anderem:

  • Kassierer (ca. 250.000 Betroffene): Der Einsatz von Selbstbedienungskassen und automatisierten Zahlungssystemen hat schon in den letzten Jahren zu einem Rückgang von Beschäftigungen in diesem Berufsfeld geführt.
  • Büroangestellte (ca. 300.000 Betroffene): Automatisierung von Datenverwaltung und Kundenanfragen durch Chatbots verringert den Bedarf an menschlichen Arbeitskräften.
  • Transport und Logistik (ca. 500.000 Betroffene): Mit dem Aufkommen autonomen Fahrens könnte die Zahl der Arbeitsplätze in diesem Bereich drastisch sinken. Circa 36 Prozent der im Transportwesen Beschäftigten sind potenziell gefährdet.

Im Jahr 2023 gab es bereits mehrere Umstrukturierungen in großen Unternehmen, die als Vorreiter der Automatisierung gelten. Ein Beispiel ist die Deutsche Bahn AG, die am 1. Januar 2023 ein KI-gestütztes System zur Streckenüberwachung implementierte, wodurch etwa 50 Mitarbeiter in dieser Abteilung entlassen wurden.

Berufe mit Zukunft

Gleichzeitig gibt es Berufe, die einen Anstieg der Nachfrage aufgrund von KI erwarten. Diese umfassen:

  • Datenanalysten: Laut einer Studie der Stanford University wird erwartet, dass bis 2025 in Deutschland über 200.000 neue Stellen im Bereich Datenanalyse geschaffen werden.
  • Softwareentwickler: Der Bedarf an Programmierern und Entwicklern wird voraussichtlich um 25 Prozent bis 2030 steigen, da immer mehr Unternehmen auf digitale Lösungen setzen.
  • Fachkräfte im Gesundheitswesen: Mit einer zunehmenden Alterung der Gesellschaft und der damit verbundenen Gesundheitsbedürfnisse wird die Nachfrage in diesem Bereich stetig wachsen. Schätzungen zufolge könnten hier bis zu 400.000 neue Jobs bis 2030 entstehen.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der Einfluss von Künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt nicht unumstritten ist. Die Bundesagentur für Arbeit hat klare Daten geliefert, die belegen, dass der Verlust von Arbeitsplätzen vor allem niedrig qualifizierte Tätigkeiten betrifft, während qualifizierte Berufe zunehmen. Dies ist das dritte Mal seit 2020, dass ein solches Ungleichgewicht in den Berufen festgestellt wird.

Die Kluft zwischen den Berufen, die verschwinden, und denen, die neu geschaffen werden, zieht sich durch die gesamte Wirtschaft. Es bleibt abzuwarten, wie die Gesellschaft auf diese Veränderungen reagieren wird.

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