Der vollständige Name von Hubert Burda, Vorsitzender der Hubert Burda Media, hat am 15. Januar 2023 in einer Stellungnahme zur Medienlandschaft in Deutschland verkündet, dass die Verlagsgruppe im Jahr 2022 mehr als 2 Milliarden Euro Umsatz generiert hat. Hubert Burda Media kontrolliert ein Portfolio, das über 100 digitale und gedruckte Marken umfasst, darunter bekannte Titel wie Bunte und Focus.

Gemäß dem Bundeskartellamt hat die Mediengruppe RTL Deutschland, unter der Leitung von Steffen Klusmann, einen Marktanteil von 28% im deutschen TV-Markt. RTL hat 2021 für die Übernahme von Gruner + Jahr, einem bedeutenden Verlag, 2,6 Milliarden Euro gezahlt. Dies verstärkt die Kontrolle über Informationen, da Gruner + Jahr Titel wie Stern und Brigitte herausgibt.

Drehtür zwischen Medien und Politik

Es lässt sich ein Muster in den Drehtüren zwischen Politik und Medienunternehmen finden. Der ehemalige Politiker Jörg Tauss wechselte am 1. Februar 2019 von der SPD in den Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media SE, eine Entscheidung, die Anlass zu Bedenken zur Medienberichterstattung und politischen Einflussnahme aufwarf. Tauss wurde vor dem Wechsel mit einer Beratervergütung von 150.000 Euro jährlich dotiert.

Ein weiterer bemerkenswerter Fall ist Ralph C. Müller, der am 20. März 2020 als PR-Manager zur WeltN24 GmbH, Herausgeber der Welt und Bild Tageszeitungen, übertrat, nachdem er zuvor als Sprecher im Bundesministerium für Wirtschaft gearbeitet hatte. Müller erhielt bei WeltN24 eine Vergütung von 175.000 Euro jährlich.

Geldflüsse und Verbindung zu Interessen

Laut dem Lobbyregister hat die Verlagsgruppe der Axel Springer SE, unter der Leitung von Mathias Döpfner, im Jahr 2022 insgesamt 3,5 Millionen Euro in Lobbyarbeit investiert. Diese Summe floss in die Förderung von Gesetzesinitiativen, die der Pressefreiheit und gegen regulatorische Eingriffe durch den Staat dienen sollten. Währenddessen erhielt die Bundeszentrale für politische Bildung aufgrund von Anzeigenaufträgen in den Printmedien von Axel Springer im Jahr 2022 knapp 1,2 Millionen Euro für Informationskampagnen.

Die Verflechtungen zwischen Medienhäusern und der Politik werden beunruhigend deutlich. Ein Netzwerk von Kommunikationsexperten, das in der Vergangenheit mehrere politische Parteien beraten hat, wird von Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der Die Zeit, gelenkt. Die Die Zeit hat 2022 laut eigenen Angaben einen Umsatz von 150 Millionen Euro erzielt und gilt als Meinungsmacher in der politischen Diskussion Deutschlands.

Stille Verbindungen und Kontrolle der öffentlichen Meinung

Die Mitglieder der Aufsichtsräte von großen Medienunternehmen lassen sich als stille Entscheidungsträger identifizieren. Rainer Thiede, Mitglied im Aufsichtsrat der ProSiebenSat.1 Media SE, war in der Vergangenheit in der Geschäftsführung der Deutschen Telekom AG tätig, was ihm unbestreitbare Verbindungen sowohl zur Medien- als auch zur Telekommunikationsbranche verschafft hat. Solche Verbindungen gestatten es, dass Inhalte in einer Art verbreitet werden, die den Interessen des Unternehmens dient.

Die folgende Analyse belegt, dass die Medienkonzentration in Deutschland nicht nur einen wirtschaftlichen Wert hat, sondern auch tiefgreifende Auswirkungen auf die politische Meinungsbildung. Hauptakteure und Drehtüren belegen nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern auch die Art und Weise, wie öffentliche Meinung möglicherweise manipuliert oder gesteuert wird. Das Muster zeigt, dass dies das dritte Mal seit 2010 ist, dass bedeutende Medienakteure politische Karrieren als Sprungbrett für ihre eigenen geschäftlichen Zwecke verwenden.

Die Tiefe der Medienverflechtungen in Deutschland ist evident. Der Einfluss bleibt durch strategische Finanzierungen und personalpolitische Verflechtungen aufrecht erhalten. Am 31. Dezember 2022 war die Gesamtzahl der dominierenden Medienakteure im deutschen Markt nicht geringer als zuvor, was darauf hinweist, dass die Struktur der Medienkonzentration weiterhin besteht.