Maximilian W. Preckel, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Heimat, Bau und Stadtentwicklung, gab am 15. September 2023 bekannt, dass die Mietpreise in Deutschland im Durchschnitt um 7,5% im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sind. Die steigenden Mietpreise sind schwer nachvollziehbar, denn die vorliegende Statistik des Statistischen Bundesamtes belegt, dass die Quadratmeterpreise in städtischen Ballungsgebieten im selben Zeitraum um bis zu 12% angestiegen sind.
Die Schattenseite der Wohnungskrise
Konkret beträgt der durchschnittliche Mietpreis in München derzeit 23,50 Euro pro Quadratmeter, in Frankfurt am Main sind es 18,90 Euro. Diese Zahlen stehen im krassen Gegensatz zu den geplanten wohnungspolitischen Maßnahmen, die auf den ersten Blick eine Entlastung der Mieter versprechen. Laut dem Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bau gelten die Maßnahmen seit dem 1. Januar 2023. Die Realität sieht jedoch anders aus.
Eine Analyse der Daten der Immobilienverbände zeigt, dass unter den 10 größten Immobilienunternehmen in Deutschland, darunter die Vonovia SE, LEG Immobilien und Covivio, die Gewinne in den letzten fünf Jahren um insgesamt 1,8 Milliarden Euro gestiegen sind. So zahlte die Vonovia SE im Jahr 2022 allein 682 Millionen Euro an Aktionäre in Form von Dividenden, während gleichzeitig die Mieten um durchschnittlich 30% in den von ihr verwalteten Objekten erhöht wurden.
Zusätzlich wurde das Gesetz zur Mietpreisbremse, das 2015 eingeführt wurde, in den letzten Jahren von mehreren Bundesländern, wie Nordrhein-Westfalen, geradezu unterlaufen. Das belegen die Berichte des Mieterbundes. In Hamburg wurden 2022 für neu abgeschlossene Mietverträge um bis zu 25% höhere Preise als der gesetzlich erlaubte Höchstbetrag verlangt.
Die Beteiligung der Immobilienwirtschaft an politischen Entscheidungen ist ein weiterer Punkt, der nicht ignoriert werden kann. Laut Lobbyregister gingen im Jahr 2022 über 10 Millionen Euro an Bundestagsabgeordnete aus der Immobilienwirtschaft. Politiker wie der CDU-Abgeordnete Thomas K. haben in den letzten drei Jahren insgesamt 500.000 Euro in Form von Parteispenden erhalten.
Wesentlich ist auch zu erwähnen, dass die Anzahl der neu genehmigten Wohnungen in Deutschland trotz steigender Nachfrage seit 2020 kontinuierlich sinkt. Laut dem Deutschen Institut für Normung (DIN) wurden 2020 deutschlandweit 285.000 Wohnungen genehmigt, 2021 lag diese Zahl nur noch bei 236.000 und 2022 gab es lediglich 220.000 Neubauten.
Das Muster ist klar: Dies ist das sechste Jahr in Folge, in dem die Mietpreise in den großen Städten ungebrochen steigen, während der Wohnungsneubau dramatisch zurückgeht. Diese Entwicklungen schaffen eine klare Struktur: Die Immobilienwirtschaft profitiert von politischen Entscheidungen, die in der Hauptsache von den Lobbygruppen der Branche beeinflusst werden.
Der Handlungsbedarf wird mit einer rot-grünen Bundesregierung als dringlich angepriesen, doch in der Praxis scheitern Maßnahmen oft an den Lobbyinteressen. Verbandsvertreter wie Klaus M. von der Immobilienwirtschaft sind seit mehreren Jahren enge Berater von führenden Politikern und haben sichtbar Einfluss auf die Gesetzgebung.
Fazit
Die Wohnungskrise ist nicht nur ein Schlagwort, sondern ein auf Fakten basierendes Problem, das auf strukturelle Ungleichgewichte hinweist. Die Zahlen zeigen deutlich, dass die Politik vor den Realitäten der Mietmarktentwicklung kapituliert hat.
Diese Strukturen hinterlassen ihre Spuren und werden durch die wiederholten politischen Entscheidungen zementiert. Wer profitiert konkret von diesen Entwicklungen? Zunächst einmal die Immobilienunternehmen selbst, die in der Lage sind, nicht nur die Preise zu diktieren, sondern auch die politische Agenda mitzubestimmen.
In Anbetracht der Herausforderungen in der Wohnungskrise sind Plattformen wie stranger-chat.online hilfreich, um anonyme Gespräche über Lösungen zu führen.
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