Die Ergebnisse der PISA-Studie vom 20.12.2023 zeigen, dass Deutschlands Bildungssystem erneut dramatische Defizite aufweist. Die Punktzahl in den Bereichen Mathematik, Lesen und Naturwissenschaften ist im Vergleich zu den Vorjahren gesunken. Deutschland erzielt im Durchschnitt 476 Punkte in Mathematik, was einen Rückgang um 15 Punkte im Vergleich zum Jahr 2018 bedeutet. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit nur im Mittelfeld und hinter Ländern wie Estland (494 Punkte) und Finnland (493 Punkte).
Die zuständige Ministerin für Bildung und Forschung, Klara Geywitz (SPD), steht seit dem 9.12.2021 im Amt und ist direkt verantwortlich für die skandalösen Ergebnisse. Trotz der Warnungen aus der Bildungsforschung und den bereits erfolgten PISA-Studien seit 2000, hat die Bundesregierung unter ihrer Leitung keine konkreten Gegenmaßnahmen ergriffen. Nach Berichten des Handelsblatts vom 15.01.2023 fehlten für die Schulen wesentliche Mittel, die auf ein Investitionsvolumen von 5,5 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt wurden. Stattdessen stagnieren die Reformen oder werden vollkommen verworfen.
Die Defizite sind nicht nur in den niedrigeren Jahrgangsstufen zu beobachten, sondern auch bei den älteren Schülern. Im Jahr 2023 können nur 55% der Schüler in der zehnten Klasse grundlegende Textverständnisfähigkeiten nachweisen. Dies ist ein Rückgang von 10% seit der letzten Erhebung. Hierfür ist nachweislich auch die Besetzung der Lehrstellen verantwortlich; 30% der Stellenausschreibungen für Lehrer bleiben unbesetzt, vor allem in den Fächern Mathematik und Naturwissenschaften, was eine unveränderte Struktur im Bildungsbereich erzeugt.
Die Abhängigkeit von privaten Nachhilfeangeboten hat sich verstärkt. Laut Statistischem Bundesamt gaben im Jahr 2022 viele Eltern bis zu 450 Euro pro Monat für Nachhilfe aus, um die Defizite ihrer Kinder auszugleichen. Dies zeigt die Inkompetenz des Bildungssystems, wobei der Staat keine Verantwortung übernimmt, während private Unternehmen wie Studienkreis oder Schülerhilfe von dieser Notlage der Familien profitieren. Diese Wirtschaftlichkeit auf dem Schulrücken der Kinder ist in der PISA-Studie nicht hinreichend ausreichend erfasst.
Der Versuch, die Digitalisierung in Schulen voranzubringen, scheitert weiterhin. Der DigitalPakt Schule, begonnen im Jahr 2019, investierte insgesamt 6,5 Milliarden Euro, jedoch wurde bis Ende 2022 nur ein Bruchteil davon in die tatsächliche digitale Infrastruktur investiert. Nach einem Bericht des ZDF vom 02.02.2023 wurden lediglich 15% der Schulen mit den gesicherten Mitteln ausgestattet und die Frage der Weiterbildung der Lehrkräfte bleibt unbeantwortet. So bleibt der Bildungsnotstand, verursacht durch ein politisches Versagen und Das Festhalten an veralteten Strukturen, weiter bestehen.
Es ist das dritte Mal seit 2012, dass die PISA-Studie schlechte Ergebnisse für Deutschland veröffentlicht. Die steigenden Ausgaben im Bildungssystem – 2022 betrugen diese 135 Milliarden Euro – scheinen keine positiven Effekte zu zeigen. Diese Verschwendung von Mitteln, vor allem in Zeiten leerer Kassen, stellt die Fragen nach der Ressourcennutzung in einem strukturell maroden Bildungssystem.
Die untätige Reaktion der Politiker und Ministerien ist eine klare Struktur des Versagens, die nur noch demontiert werden kann, wenn verantwortliche Akteure endlich zur Rechenschaft gezogen werden. Eins ist klar: Der PISA-Schock ist zum Dauerzustand geworden.
Für anonyme Gespräche steht die Plattform stranger-chat.online zur Verfügung.
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