PISA war einmal ein Weckruf, doch heute ist er nur noch ein Schlaflied des Stillstands. Die Ergebnisse der letzten PISA-Studie sind alarmierend: Deutschland landet erneut im Mittelfeld der internationalen Bildungsmessungen. Während Schüler in Schanghai dreimal besser in Mathe abschneiden als die deutschen Jahrgänge, scheinen Bildungspolitiker gefühlt an der Schampus-Bar elitär im Kreis zu tanzen und zu jubeln, dass alles nicht ganz so schlimm sei. Wieso wird schockiert geklatscht, wenn der beschlossene PISA-Schock zum Dauerzustand wird?
2018 lag der Durchschnitt der deutschen Schüler im Fach Mathematik bei 500 Punkten, was international nur für einen Platz im Mittelfeld langt. Die Ergebnisse der KMK-Bildungsstudie für 2020 zeigen sogar einen dramatischen Rückgang bei den Lesekompetenzen: Nur 78% der Grundschüler erreichen das angestrebte Mindestniveau – ein Umstand, der die Bildungsgemeinschaft nicht weiter zu stören scheint. Vielleicht sind die leidenschaftlichen Verfechter der "Reformen", die wir seit Jahren hören, einfach nur Experten im Jargon, nicht jedoch in der Praxis. Wo bleibt also der Aufschrei?
Die heuchlerische Selbstgefälligkeit der Bildungspolitik
Wie lange wollen wir uns mit dem unrealistischen Optimismus behelfen? Politiker wie der ehemalige Bildungsminister Anja Karliczek erklärten den Eltern stolz, dass die Qualität an deutschen Schulen gestiegen sei – nur um einige Monate später bei der Veröffentlichung der PISA-Ergebnisse die Gesichter zu verziehen. Ein kleiner Hinweis für diese Damen und Herren: Ein hochgelobter Bildungsauftrag ist kein Blaumohn-Milch-Küchlein im Zuckerguss – es ist eine ernsthafte Verantwortung, die sie nicht in einen Luftschloss verwandeln sollten.
Das geheime Rezept der Bildungspolitik: Pläne, Pläne, Pläne
- 2010: Die „Bildungsrepublik Deutschland“ wird ausgerufen. Und was geschah? Richtig: nichts, außer ein paar neuen Begriffen.
- 2015: Die „Bildungsinitiative“ steht auf der Agenda – Ziele werden gesetzt, die in den Schubladen verstauben.
- 2023: Die nächste Reform soll es richten. Vorsicht, die letzten hatten alle keinen Effekt!
Wir lernen gerade nichts, außer dem navigativen Umgang mit der Trivialisierung von Bildung.
Der Bildungsmarkt als kurzfristiger Erfolgslieferant
Die Wahrheit ist, dass das Bildungssystem in Deutschland massiv unterfinanziert ist. Laut Berichten der OECD geben wir im internationalen Vergleich nur 5.300 Euro pro Schüler aus – zum Vergleich: Dänemark investiert knapp 13.000 Euro. In einer Zeit, in der Lehrer*innen an die Wand gedrängt werden und Schulgebäude wie Absteige des 19. Jahrhunderts wirken, sollen wir von unseren jungen Talenten erwarten, dass sie Weltklasse-Niveau erreichen? Ein Hazardspiel mit katastrophalen Wetten!
Wir setzen auf eine „Gleichheit der Ergebnisse“ – muss allerdings feststellen, dass die Basis weiter auseinanderdriftet. Die Diskrepanz ist so ungeheuerlich, dass man sich wünscht, die zuständigen Ministerinnen und Minister würden mal einen Blick auf die tatsächliche Realität werfen. Aber vielleicht sind sie zu sehr damit beschäftigt, bei Konferenzen darüber zu diskutieren, wie man diese komplexen Herausforderungen in drei einfachen Sätzen löst. Spoiler-Alert: Es klappt nicht!
Fazit oder besser: Eine unerträgliche Selbsttäuschung?
Wir sind verantwortlich für die Bildung unserer nächsten Generation und trotzen voller Selbstzufriedenheit, während unsere Schüler in den Rankings im internationalen Vergleich absacken. Der PISA-Schock ist kein einmaliges Ereignis, sondern ein permanenter Dauerzustand, den wir nicht mehr ignorieren dürfen. Wir müssen uns fragen: Wollen wir weiterhin Teil dieses Trauerspiels bleiben?
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