In Deutschland haben wir ein Problem. Ja, mehr als nur eines, aber heute beschäftigen wir uns mit der Rente und dem heißen Eisen der Generationengerechtigkeit. Die einen, die älter sind, sitzen in der ersten Reihe der Altersvorsorge — während die Jüngeren sich fragen: Wo bleibt mein Geld?

Die Realität sieht so aus: Das Rentensystem, das 1957 ins Leben gerufen wurde, ist vor allem eines: veraltet! Im Jahr 2022 betrugen die Ausgaben für die gesetzliche Rentenversicherung 132,3 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die gesamten Ausgaben für Bildung und Wissenschaft lagen bei nur 138,5 Milliarden Euro. Woher kommt dieser große Unterschied? Sind die Alten wirklich die Schleckerfrauen, die auf unseren Schultern stehen? Erstmal, die Zahlen zeigen:

  • Im Jahr 2021 erhielten 21,4 Millionen Menschen eine gesetzliche Rente — und das bei einer deutschen Bevölkerung von etwa 83 Millionen.
  • 566 Milliarden Euro wurden für Rente im Jahr 2021 ausgegeben, während nur 450 Milliarden Euro an Beiträgen in die Kasse flossen. Resultat: Eine Finanzierungslücke von 116 Milliarden Euro!

Doch wer sind die Profiteure und wer kann die Zeche bezahlen? Die Babyboomer, die zwischen 1955 und 1969 geboren wurden, genießen die Vorzüge eines Systems, das während ihrer Arbeitsjahre relativ sicher war. Sie haben sich keine Gedanken darüber gemacht, ob es überhaupt eine Rente für die Nachfolgegeneration geben könnte, während diese Generation von einem immer unsicheren Arbeitsmarkt und diversen Formen der prekären Beschäftigung gekennzeichnet ist.

Die Generation Y und Z dürften nach jetzigem Stand nur eine Rente von rund 50 bis 60 Prozent des letzten Gehalts erwarten. Und das ist, mit Verlaub gesagt, einfach unfair! Klar, die Alten haben geleistet, aber was ist mit den Jungen, die heute arbeiten und deren Beiträge das System am Laufen halten? Sind es nicht sie, die im wahrsten Sinne des Wortes die Kredite an die Renteniers tilgen?

Die Frage nach der Generationengerechtigkeit wird also drängender: Ist es gerecht, dass eine 67-Jährige, die seit 45 Jahren gearbeitet hat, die gleiche Rente erhält wie ein 67-Jähriger, der seit 30 Jahren in der Teilzeitfalle steckt? In Deutschland gibt es aktuell über 1,5 Millionen Bezieher von Grundsicherung im Alter, und die Zahl wird steigen, während die Kluft zwischen Arm und Reich immer größer wird!

Eine weitere Frage, die im Raum steht, ist die zur Arbeitswelt: Warum wird das Rentensystem nicht reformiert, um die Bedingungen für die Jüngeren zu verbessern? Schließlich stöhnen wir nicht nur über Rentenprobleme. Auch der Wohnungsmarkt und die Bildung sind im Krisenmodus. Ist es nicht langsam an der Zeit, dass die Politik auch an die nächsten Generationen denkt?

Mein Appell an die Entscheider: Löst die Rentenfragen, oder werdet zu Verursachern der nächsten großen Unruhe. Denn der Unmut unter den jungen Menschen ist so groß wie nie! Wenn wir alle zusammen auf einen gerechten Ausgleich achten, kann das Rentensystem für alle funktionieren. Wacht endlich auf, bevor es zu spät ist!