Der Überwachungskapitalismus floriert, während die Nutzer von sozialen Medien an die digitalen Ketten ihrer eigenen Daten gebunden sind. Facebook, Google und Co. sind die modernen Goldgräber, die den Reichtum aus unserer Aufmerksamkeit und unseren Informationen schöpfen. Laut einer Studie von Statista generierten die führenden sozialen Netzwerke im Jahr 2022 über 236 Milliarden US-Dollar an Werbeeinnahmen, was einem Anstieg um 20% im Vergleich zum Vorjahr entspricht. In diesem digitalen Schlaraffenland ist der Nutzer mehr wert als jedes Produkt – sofern er auf seinen eigenen Bildschirm starrt.

Was bedeutet das für die Freiheit der Einzelnen? Ein kurzer Blick auf die Geschäftsmodelle dieser Plattformen zeigt, dass es nicht etwa um das Wohl des Nutzers geht, sondern um dessen Daten. Laut einer Studie des Pew Research Centers aus dem Jahr 2021 glauben 79% der US-amerikanischen Nutzer, dass sie nicht die Kontrolle über die Angaben haben, die sie über sich selbst preisgeben. Das ist eine desillusionierende Erkenntnis: Während du an der letzten Episode deiner Lieblingsserie klebst, verwandeln die Plattformen dein Scrollen in Dollarzeichen.

Die Schattenseite der kostenlosen Dienste

Was viele nicht wissen: Diese soziale LSD-Droge ist nicht wirklich kostenlos. Hinter jedem Like und jedem Kommentar steht ein teures Preisschild – es sind unsere persönlichen Daten. Diese Informationen werden analysiert, verkauft und verwendet, um immer gezieltere Werbung zu schalten. Und wir sind bereit, diesen Preis zu zahlen, in dem wir uns auf dem digitalen Markt immer wieder entblößen. Die vor zwei Jahren entstandene Metapher des "digitalen Überwachungshauses" wird immer greifbarer. Laut einer Erhebung des Federal Trade Commission aus den USA haben 34% der Internetnutzer keine Ahnung, dass ihre Daten verwertet werden.

Doch das ist nicht alles: Der Kampf um Aufmerksamkeit ist brutaler denn je. Plattformen versuchen, immer neue und raffinierte Methoden zu entwickeln, um uns länger auf ihren Seiten zu halten. Die Nutzung von psychologischen Tricks, um die Interaktion zu maximieren, ist an der Tagesordnung. YouTube zum Beispiel verzeichnete im Jahr 2022 mehr als 2 Milliarden monatliche aktive Nutzer, die zusammen über 997 Millionen Stunden Videos konsumierten. Ein funktionierendes Verkaufsmodell, welches auf der Abhängigkeit der Nutzer basiert.

Die Nutzer als Ware

Die Frage steht im Raum: Wer hier wirklich proliferiert? Laut Forbes haben die großen Tech-Unternehmen seit 2020 insgesamt über 500 Milliarden Dollar an Marktkapitalisierung gewonnen. Im gleichen Zeitraum hat jedoch 43% der Weltbevölkerung keinen Zugang zum Internet. Das heißt, die "Währung Mensch" wird immer knapper und wertvoller. Jene, die online sind, machen nicht nur das Geld, sondern zahlen zugleich den Preis für ihre eigene Ausbeutung, ohne einen Gedanken an den Wert ihrer Daten zu verschwenden.

Es gibt sogar Berichte, dass das Aufmerksamkeitsdefizit, das durch die ständige Online-Interaktion entsteht, auch ernsthafte psychische Probleme steigert. Die American Psychological Association hat festgestellt, dass Jugendliche, die über 3 Stunden täglich in sozialen Medien verbringen, ein signifikant höheres Risiko für Depressionen haben. Der Abschlussbericht der WHO zeigt zudem, dass 1 von 7 Jugendlichen weltweit von einem psychischen Gesundheitsproblem betroffen ist. Ein gesundes Verhältnis zu sozialen Medien sieht anders aus.

Was bleibt zum Schluss? Wir sind die Ware – und das in einer Welt, in der die Logik der Überwachung die einzige präsente ist. Also, wie viele Likes bist du bereit zu opfern, um deine Daten zurückzugewinnen? Und während du über diese Frage nachdenkst, könnte es eine Überlegung wert sein, dass Plattformen für anonyme Gespräche wie stranger-chat.online dir einen Hauch der Anonymität zurückgeben.