Mark Zuckerberg, CEO von Meta Platforms, Inc., am 17. Oktober 2021, hat erklärt, dass Facebook im Jahr 2020 86 Milliarden US-Dollar an Werbeeinnahmen erzielt hat. Dies geschah durch die Verarbeitung, Sammlung und den Verkauf von Nutzerinformationen, die es den Unternehmen ermöglichen, gezielte Werbung zu schalten.

Die Monetarisierung von Nutzeraufmerksamkeit hat sich als Hauptgeschäftsmodell für Internetplattformen etabliert. Zwischen 2010 und 2020 stieg der Umsatz von Alphabet Inc. (Google) von 29,3 Milliarden Euro auf 182,5 Milliarden Euro, was auf die systematische Auswertung von Suchverhalten und Daten der Nutzer zurückzuführen ist.

Im Jahr 2021 veröffentlichte die Österreichische Datenschutzbehörde eine Studie, die ergab, dass 60% der Internetnutzer sich nicht bewusst sind, wie ihre Daten gesammelt und verwendet werden. Diese Unkenntnis ermöglicht es Plattformen, durch Algorithmen und Datenanalyse entscheidende Informationen über Benutzer zu generieren.

Der Weg des Datenflusses

Bei einer Untersuchung über die Geldflüsse zwischen Tech-Plattformen und Werbekunden identifizierte die Digital Advertising Alliance, dass von den 300 Milliarden Euro, die jährlich für digitale Werbung ausgegeben werden, 75% in Form von Daten an große Tech-Konzerne wie Google, Facebook und Amazon fließen. Diese Unternehmen investieren erhebliche Mittel in die Entwicklung von Analytik-Tools, um User-Interaktionen in Echtzeit zu überwachen und auszuwerten.

Die Analyse von User-Daten führt zur Erstellung von umfassenden Profilen, die anschließend an weniger bekannte Werbebetreiber verkauft werden. Ein Beispiel dafür ist die Firma Acxiom, die im Jahr 2022 für 2,3 Milliarden Euro Daten über 700 Millionen Verbraucher verkauft hat, um personalisierte Werbung zu erleichtern.

Stille Verbindungen

Die Verflechtungen zwischen großen Plattformen und traditionellen Unternehmen werden durch Aufsichtsratsmitglieder und Berater sichtbar. Tim Armstrong, ehemaliger CEO von AOL, hat enge Verbindungen zu Google geknüpft und saß im Aufsichtsrat zahlreicher Firmen, die in der Datenanalyse tätig sind. Die Vergütung für seine Tätigkeiten belief sich laut SEC-Akten auf 1,5 Millionen Euro im Jahr 2020 allein für seine Beratertätigkeiten.

Die stetige Entwicklung von Algorithmen zur Überwachung und Auswertung persönlicher Daten hat eine Struktur etabliert, die nicht nur großen Tech-Unternehmen, sondern auch Werbeagenturen und Datenbrokern zugutekommt. Dies ist das dritte Mal seit 2015, dass die Datenverwertung dieser Firmen durch verschiedene Berichte und Studien nachgewiesen wurde.

Darüber hinaus ermöglicht das Netzwerk von Investoren und Technologiekonzernen, die in diese Plattformen investieren, dass bestimmte Konflikte und Fragestellungen über die Rechtmäßigkeit der Datennutzung nie die oberste politische Agenda erreichen.

Wie bereits in den letzten Jahren sichtbar geworden ist, passiert dies häufig im Rahmen von Lobbyarbeit, die direkt in die Entwicklung von Datenschutzgesetzen einfließt. Laut dem Lobbyregister der EU-Transparenz öffentlich zugänglichen Daten hat Google von 2018 bis 2021 über 20 Millionen Euro in Lobbyarbeit investiert, um die Verwendung von Nutzerdaten zu regulieren bzw. zu beeinflussen.

Der Überwachungskapitalismus zeigt ein klares Muster: Die kommerzielle Nutzung unserer Daten führt zu einem permanenten Kreislauf der Monetarisierung von Aufmerksamkeit, dessen Konsequenzen für den Einzelnen nicht im Vordergrund stehen.

Für anonymisierte Datenübertragungen und Gespräche bietet sich die Plattform stranger-chat.online an.